Bergvogelwochenende

Bergvogelwochenende auf der Palfries SG vom 22. bis 23. Juni 2019

Gegenüber der Flumserberge unterhalb des Alviers liegt das Hochmoor Palfries umgeben von Alpweiden. Dank der steilen Seilbahn überwanden die zehn Teilnehmer des Bergvogelwochenendes die 1200 Höhenmeter innert einer Viertelstunde.  Die Rucksäcke wurden im Berghaus abgeladen und schon ging es auf «Vogelpirsch». Während Zitronenzeisige sangen, warnte der Buchfink eindringlich mit seinem schrillen Regenruf. Noch zogen zwei Adler ihre Kreise und an den steilen Berghängen suchten Gämsen nach saftigen Kräutern. Doch dann setzte Nieselregen ein. Der Weg durch den kleinen Arvenwald wurde so rutschig, dass ein verknaxtes Bein die Folge war, der Verunfallte aber – zäh wie immer – den Abstieg bis zur Strasse schaffte. Die Diagnose zwei Tage später im Spital: Wadenbeinbruch.

Nach der Gerstensuppe im Restaurant zeigte sich die Sonne wieder. Die Wanderung durch die blumenreichen Matten mit Max, dem wandelnden Botanik-Lexikon, entschädigte das Fehlen der Vögel. Wundklee, Hufeisenklee, Hornklee, Kreuzblume, Trollblume, Enzian, Mehlprimel und noch viele Blumen der ganzen Farbpalette säumten den Weg.

Nach einer eher amüsanten Jassrunde und einem Schlaftrunk begab sich die eher seniorenhafte Gruppe in die Zimmer. Gedacht war eine ruhige, frisch-luftige Bergnacht, höchstens mit Kuhglockengebimmel. Fehlanzeige. Andere Gäste sangen und johlten die halbe Nacht.

Sonntag – ein Tag voller Sonne. Der sanfte Aufstieg durch das Palfrieser Moor mit Zwergföhren, einzelnen Tannen, Steinblöcken, Bächlein, Schneefeldern war einzigartig. Die «Jungspunde» der Gruppe liessen es sich nicht nehmen, auf Plastiksäcken eine Schneefeldrutschpartie zu versuchen. Murmeltiere beobachteten das seltsame Treiben etwas skeptisch. Eine Schar junger Kreuzschnäbel flog von einem Lärchenwipfel zu andern auf Knospensuche. Bergpieper mit Schnäbeln voller Insekten waren schon fleissig am Füttern ihrer Jungtiere. Vergeblich wurde Ausschau gehalten nach dem Steinschmätzer und der Braunelle. Entweder waren sie noch gar nicht eingeflogen oder sie verschwinden langsam in unseren Bergen? Mit der warmen, steigenden Luft am Nachmittag erschienen wieder Adler und Turmfalken am Himmel. Gemäss Einheimischen, soll es am Gonzen mindestens einen Adlerhorst geben.

Wieder mit der Palfries-Bahn «stürzten» wir ins schwüle Tal und erfreuten uns auf dem Bahnhofperron am gespendeten Glace!

Susanne Scheidner

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Bergvogelwochenende in Juppa bei Juf GR am 23. bis 25. Juni 2018

Welche Vögel können wir wohl auf 2000 m über Meer beobachten, fragte sich eine kleine Gruppe von OVH-Mitgliedern, die ins Avers-Tal reiste. Schon beim Ferienhaus in Vorderbergalga schmetterten die Steinschmätzer und piepten die Bergpieper um die Wette. Nahe beim Ferienhaus fliesst der mäandernde blaue Bergalgabach vorbei. In seinem weiss-schwarz-grünen Geschiebe und auf den kleinen Flussinseln, sind Bachstelzen und Steinschmätzer bestens getarnt. Vor dem Haus sitzend, liessen sie sich den ganzen Tag über beobachten.

Der Nachmittagsspaziergang führte uns von Avers-Cresta aus auf einem schmalen Pfad durch farbige Bergwiesen mit unzähligen Blumenarten. Entlang einer Wasserrinne erblühte der Türkenbund. Unterhalb der Alp Platta hofften wir den Steinrötel zu entdecken, aber es flatterten nur weisse, braune und blaue Falter über die Weiden und die dort wachsenden Feuerlilien hinweg. Immerhin war der Bergkäse von Alp Platta ausgezeichnet. Die letzte Wegstecke führte durch den Lärchen- und Arvenwald unterhalb Cresta. Vorerst überquerten wir auf der Autobrücke den tief unten fliessenden Averser Rhein und beobachteten, wie Felsenschwalben unter die Brücke flogen, da sie vermutlich dort nisteten, trotz höllischem Lärm. Im Lärchenwald hörten wir keinen einzigen Gesang, auch der ersehnte Tannenhäher schlug nicht an. Fehlten ihm die Fichten und Tannen?

Im neu ausgebauten Ferienhaus von Stefan Wyler, sind ein Teil der Zweierzimmer so ausgebaut, dass man, getrennt durch eine grosse Fensterscheibe fast in der Bergmatte liegt – also aufwacht inmitten von Blumen mit Sonne im Gesicht.

Am Sonntag wanderten wir entlang eines Bergbaches ins Jufertal hinein. Neben Alpendohlen und Braunkehlchen wurden auch ein Turnfalke, der Bartgeier und Horden von Spatzen, rund um die Jufer Hühnerställe, gesichtet. Insgesamt konnten 19 Arten beobachtet werden. Weshalb aber sind die Alpenbraunelle und der Steinrötel in unseren Bergen kaum mehr zu finden? 

Dafür sonnten sich Murmeltiere zu Hauf gemütlich am Wegrand und fanden es nicht nötig, pfeifend zu warnen wegen uns Unterländer. Im Gegenteil, sie machten sich über den reich gedeckten «Alpenblumentisch» her. Sie hatten Auswahl zwischen gelbem Hornklee oder weissem Silberwurz, azurblau leuchtenden Frühlingenzianen und rosa Mehlprimeln, zwischen Thymian, Arnika und vielen weiteren Alpenblumen. Die Flora im Avers-Tal scheint noch intakt zu sein.

Susanne Scheidner

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Bergvogelwochenende auf der Mettmen Alp GL am 24. bis 25. Juni 2017

Die diesjährige Bergvogelexkursion führte eine kleine Gruppe Vogelfreunde auf die Mettmen Alp im Glarnerland. Den Aufstieg von Schwanden-Kies bewältigte die Seilbahn, so dass wir unsere Rucksäcke bald beim Naturfreundehaus deponieren konnten. Rund um unser Nachtlager wuchsen die geschützten Türkenbundlilien. Mit Feldstechern und Fernrohren ausgerüstet stiegen wir danach über die Waldgrenze. Leider flogen uns nur Bergpieper und Hausrotschwänze um die Ohren, Zilpzalp und Grasmücken versteckten sich im Erlengebüsch. Beim Abstieg wagten sich fast alle, durch das rund 20 Meter lange natürliche Felsentor der Kärpfbrücke zu klettern, dem stiebenden Niederenbach entlang.

Eine Föhre direkt vor dem Naturfreundehaus war mit parallelen Ringen übersäht. Die Hüttenwartin erzählte, dass sie einen Dreizehenspecht beobachten konnten. Max Zumbühl erklärte, dass der Dreizehenspecht Harzsaft als Nahrung liebt und dabei phänomenal genaue Ringe in die Rinde hackt.

Der selbstgemachte Zopf am Sonntagmorgen tröstete uns, im Anblick des aufsteigenden Nebels. So kam es, dass wir uns leicht verstiegen und Weiden mit erstaunten Kühen queren mussten. Dann setzte Regen ein und wir picknickten in einer Alpscheune. Adler wollten auch nicht fliegen, so dass wir schnell wieder zur Hütte zurückkehrten. Max füllte seinen Rucksack noch mit «Gutem Heinrich», um am nächsten Tag daraus Spinat zu kochen. Bei «Zwetschgä-Beggeli» (Glarnerpastetli) stärkten wir uns im Naturfreundehaus für den Abstieg. Nun strahlte die Sonne, die Vögel machten Mittagspause aber unzählige Schmetterlinge, vor allem Würfelfalter, umflügelten uns.

Susanne Scheidner

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