Wintergäste am Lützelsee am 11. März 2018

Posten 1 – Ernst Sonderegger

Statt des angekündigten Föhns erwartete uns eine bissige Bise. Die rund 30 Störche liessen sich nicht beirren und flogen fleissig mit Nistmaterial auf die Horste im Hasel.

Über den ganzen Tag suchten Bekassinen im gemähten Ried nach Futter. Kinder aber visierten mit dem Fernrohr die Rehe an, die in Richtung Hueb weideten. Kiebitze konnten nur kurz im Überflug beobachtet werden. Einige Rohrammern – auf dem Zug – finden leider am Lützelsee nicht genügend grosse Schilfflächen. Alle Bemühungen, grössere Schilfflächen zu schaffen, welche für diese und andere Röhrichtbrüter dringend notwendig wären, sind bis heute nicht von Erfolg gekrönt. Ornithologen, Botaniker und Landwirte haben nicht unbedingt dieselben Prioritäten.

Vergebens warteten wir auf den Schwarzmilan, welcher in dieser Zeit aus dem Süden zurückkehrt. Rund 30 beobachtete Arten konnten am Posten 1 notiert werden. Jakob Müller gab sein Wissen über unsere Vogelwelt spannend und mit vielen Details an die Spaziergänger weiter und wurde auch von vielen als Alt-Lehrer erkannt. Ein Danke geht auch an Esther Glaus, welche uns wiederum mit ihren Kenntnissen und den Erfahrungen als «Lützelsee-Schutzgebiets-Avimonitoring-Mitarbeiterin» unterstützt hat. Den kalten Tag «überlebten» wir nur dank Rosmarie Dändliker, die uns mit Kaffee und Kuchen überraschte.

Posten 2 – Röbi Weinmann

Um neun Uhr froren nicht nur Carmen Späth und Röbi Weinmann am «Durchzugposten» am Bacheinlauf zwischen Hasel und Lützelsee. Auch die Wasservögel versteckten sich im noch bestehenden Schilfgürtel. Mit dem Nachlassen des kalten Windes erschienen einige Gänsesägerpaare auf dem Wasser, Graugänse und zwei Nilgänse schwammen vorbei. Immer wieder wechselte ein Silberreiher mit elegantem Flügelschlag die Seeseite. Passanten staunten oft, wie nahe das Fernrohr die weidenden Graugänse brachte. Neben den Beobachtungen gab es auch spannende Gespräche über den Rückgang der Natur.

Posten 3 – Max Zumbühl

Bei der Badi war der Statistiker und Theoretiker Max Zumbühl einquartiert.

Die Badiwände waren «dekoriert» mit vielen Diagrammen, welche die Veränderungen der Wasservögel über die Jahre zeigten. Seit 30 Jahren sammelt Max Zumbühl die Daten der Vögel auf dem See, die rund alle fünf Tage erhoben werden. Von etwa 20 Vogelarten die am Wasser leben hat er Diagramme zusammengestellt, die a) die Anwesenheit im Verlauf des letzten Jahres (2017), b) der langjährige Mittelwert (1988 bis 2016) und c) der Verlauf der Jahresmittel über die Jahre 1988 bis 2017 aufzeigen. Aus diesen Daten, die aus Tausenden von Einzelbeobachtungen zusammengestellt wurden, lassen sich Tendenzen ersehen. Gibt es Arten, die um 1990 noch häufig waren und heute nur noch kurz zu sehen sind (z.B. Kiebitze)? War die Aufenthaltsdauer am See 1988 höher als heute? Sind neue Arten aufgetaucht? Anhand der zusammengestellten Fakten ergaben sich angeregte, hochinteressante Gespräche über unsere Vogelwelt.

Zwischendurch wurde aber auch in die Natur hinausgeschaut: Der Eisvogel pfeilte vorbei. Zwei Blaumeisen waren aufgeregt bei der Wohnungssuche. Einen unerbittlichen Hahnenkampf lieferten sich zwei Blässhühner. Weissstorch und Graureiher suchten eifrig nach Fröschen und Kröten. Die bunten Löffelenten pflegten in aller Ruhe und Zufriedenheit ihr Gefieder.

Röbi Weinmann

Alle 90 Bilder von diesem Anlass sind hier zu sehen.

Wintergäste am Lützelsee am 12. März 2017

Es war ein prächtiger Sonntag. Mitglieder des OVH waren mit Infotafeln und Fernrohren am Lützelsee postiert. Dies um zu beobachten, was sich ausser den unzähligen Spaziergängern, Joggern und Bikern im und am See sonst noch tummelt. Viele Passanten nutzten die Gelegenheit Erfahrungen auszutauschen und Fragen zu stellen. Beliebt bei Gross und Klein war der Blick durchs Fernrohr. So konnten die Bekassinen mit ihren langen Schnäbeln aus der «Nähe» beobachtet werden. Silberreiher, Graureiher, Kormorane und Störche stellten sich zur Schau. Haubentaucher führten ihre Balztänze auf und Löffelenten, Gänsesäger, Schnatterenten usw. vergnügten sich im Wasser. Neben Graugänsen konnten auch Nilgänse notiert werden. Im Schilf «turnten» Rohrammern von Halm zu Halm. Und am Himmel boten Rotmilane eine Flugschau.

Ab und zu wurde das Fernrohr auch auf die Rehe im Riet gerichtet. Sogar der Fuchs, der sich vor der Höhle sonnte, konnte bestaunt werden. Eine Überraschung boten die beiden Erdkrötenpaare, welche über den Fussweg dem Laichgewässer entgegenliefen.

Ein gelungener Anlass. Vielen Dank allen Helfern.

Rosmarie Dändliker

Alle 100 Bilder von diesem Anlass sind hier zu sehen.